Mission

Produktion von “Treibstoff für einen künstlichen Stern”

Zur Herstellung (brüten) von Tritium wird Lithium eingesetzt, entweder in flüssiger Form als Metall (Lithium-Blei), als Salz (FLiBe) oder in fester Form als Keramik (Lithium-Silikat oder Lithium-Titanat beziehungsweise deren Mischung). Für einen Demonstrationsreaktor wie DEMO wird einmalig fast die gesamte derzeitige Weltjahresproduktion von Beryllium benötigt (etwa 400 Tonnen), zusätzlich etwa 150 Tonnen Lithiumkeramik. Wobei Lithium in einem aufwendigen Verfahren mit dem Isotop 6-Lithium angereichert werden muss. Die Treibstoffkosten bei DEMO könnten die Baukosten des Reaktors überschreiten (mehrere Milliarden Euro).

Glücklicherweise kann das Material wiederverwendet werden. Bei ITER sind Tests dieses Konzepts vorgesehen. Hierfür werden in absehbarer Zeit etwa eine Tonne Beryllium und 500 Kg hoch angereichertes Lithium für die Konzepte mehrerer Länder gebraucht. Die Kosten hierfür liegen bereits im zweistelligen Millionen Euro-Bereich. Weltweit werden in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts mehrere Fusionsexperimente in die „heiße Phase“ (siehe Grafik erste Seite: ab Jahr 2025 bei ITER) gehen. Sie benötigen jeweils einige Kilogramm des sehr seltenen Stoffes Tritium. Derzeit kann das Gas Tritium nur mit Hilfe der Kernspaltung erzeugt werden. Ein Verfahren, das zumindest in Deutschland aus politischen Gründen nicht weiter verfolgt werden soll. Die Frage, woher der „Treibstoff“ für die Fusion kommen soll, darf nicht auf die lange Bank geschoben werden. Arbeiten hierzu müssen unverzüglich intensiviert werden.

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